5 Jahre MI4People – Aus einer Idee wurde Wirkung

Im Oktober 2021 ist MI4People gestartet.
Damals hatten wir vor allem eine Idee: Künstliche Intelligenz sollte nicht nur dabei helfen, Produkte besser zu verkaufen oder Prozesse effizienter zu machen. Sie sollte auch dort eingesetzt werden, wo gesellschaftliche Herausforderungen besonders groß und Ressourcen besonders knapp sind.
Wir wollten Menschen aus Technologie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringen und gemeinsam KI-Lösungen entwickeln, die einen echten gesellschaftlichen Nutzen schaffen.
Fünf Jahre später können wir sagen: Aus dieser Idee ist sehr viel mehr geworden, als wir damals absehen konnten.
Von den ersten Volunteers zu einer internationalen Community
Unsere ersten Projekte begannen 2021 mit einer Handvoll engagierter Menschen und ziemlich viel Experimentierfreude.
Heute arbeitet MI4People mit einer internationalen Community aus KI-Expert:innen, Studierenden, Wissenschaftler:innen, Nonprofits und Unternehmen zusammen. Menschen aus unterschiedlichsten Ländern und mit unterschiedlichsten Hintergründen bringen ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Erfahrung ein, um gemeinsam an Lösungen für soziale, humanitäre, ökologische und gesundheitliche Herausforderungen zu forschen und diese zu entwickeln.
Aus einzelnen Experimenten wurden über die Jahre zahlreiche AI4Good-Projekte. Wir haben an KI für seltene Erkrankungen gearbeitet, Satellitendaten genutzt, um Plastik im Meer zu erkennen, Organisationen bei der Nutzung ihrer Daten unterstützt, Wissenssysteme für Nonprofits entwickelt und gemeinsam mit Partnern untersucht, wie KI Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen unterstützen kann.
Und wir haben unser sehr erfolgreiches KIISS- Programm gestartet: Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Einergie und dem Europäischen Sozialfonds geförderte Programm hilft uns zahlreichen deutschen gemeinnützigen Organisationen und Sozialunternehmen kostenlose KI-Lösungen von der Beratung bis zur Umsetzung eigener KI-Anwendungen zu bringen.
Somit ist aus einer rein ehrenamtlichen Initiative inzwischen eine Organisation mit professionellen Strukturen, hauptamtlichen Mitarbeitenden und langfristigen Partnerschaften entstanden.
Darauf sind wir stolz.
Wenn aus einem KI-Modell reale Wirkung wird
Besonders deutlich wird diese Entwicklung für uns bei einem Projekt, das uns in den vergangenen Jahren intensiv begleitet hat.
In Äthiopien arbeiten wir gemeinsam mit dem Armauer Hansen Research Institute und der Technischen Hochschule Mittelhessen daran, KI bei der Auswertung von EKG-Aufnahmen einzusetzen.
Die Ausgangslage ist schwierig: In einem Land mit rund 130 Millionen Einwohner:innen gibt es nur 30 Kardiolog:innen und insbesondere außerhalb der großen Städte fehlt häufig spezialisiertes medizinisches Personal.
Was zunächst als Forschungsprojekt begann, wurde inzwischen in neun Krankenhäusern unter realen Bedingungen erprobt. Medizinisches Personal wurde geschult, mehrere tausend EKGs wurden erhoben und gemeinsam mit unseren Partnern entsteht ein Datensatz, der dazu beitragen soll, KI-Systeme besser an den lokalen medizinischen Kontext anzupassen.
Für uns zeigt dieses Projekt, was MI4People sein soll: Technologie, die gemeinsam mit lokalen Partnern entwickelt wird und dort hilft, wo sie gebraucht wird.
Aber eigentlich feiern wir heute nicht MI4People.
Wir feiern die Menschen, die MI4People möglich gemacht haben.
Die Volunteers, die Abende und Wochenenden investiert haben, um Modelle zu trainieren, Daten zu analysieren, Interfaces zu entwickeln oder Projekte zu koordinieren.
Die Nonprofits, die uns ihre Herausforderungen anvertraut und gemeinsam mit uns neue Wege ausprobiert haben.
Die Wissenschaftler:innen und Partnerorganisationen, die ihr Wissen, ihre Zeit und ihr Engagement eingebracht haben.
Die Unternehmen, Förderinstitutionen und Unterstützer:innen, die uns Ressourcen, Netzwerke und Vertrauen zur Verfügung gestellt haben.
Und auch diejenigen, die uns kritisch begleitet, Fragen gestellt oder uns geholfen haben, Dinge besser zu machen.
MI4People war nie die Geschichte einiger weniger Menschen. Es war von Anfang an eine Gemeinschaftsidee. Und dafür möchten wir nach fünf Jahren vor allem eines sagen:
Danke!
Danke für eure Zeit. Danke für euer Wissen. Danke für eure Unterstützung. Und vor allem: Danke für euer Vertrauen.
Die ersten fünf Jahre waren erst der Anfang
Als wir 2021 gestartet sind, mussten wir zunächst herausfinden, ob unser Ansatz überhaupt funktionieren kann.
Können hochqualifizierte KI-Expert:innen ehrenamtlich an gesellschaftlichen Herausforderungen arbeiten? Können Nonprofits und Technologieexpert:innen gemeinsam gute Lösungen entwickeln? Können aus Prototypen tatsächlich Anwendungen entstehen, die Organisationen und Menschen langfristig helfen?
Heute kennen wir die Antwort deutlich besser und haben unsere Prozesse entsprechend angepasst, um möglichst viel AI4Good-Wirkung mit unseren Ressourcen kreieren zu können. Und wir haben eine sehr wichtige Lektion auf unserem Weg gelernt: Gute KI allein reicht nicht, um positive Wirkung zu entfalten. Entscheidend sind Menschen, lokale Expertise, Vertrauen, offene Zusammenarbeit und die Bereitschaft, über Jahre hinweg an schwierigen Problemen zu arbeiten.
Genau daran wollen wir in den kommenden Jahren weiterarbeiten.
Wir möchten erfolgreiche Lösungen stärker skalieren. Wir möchten mehr gemeinnützige Organisationen dabei unterstützen, KI sinnvoll und souverän einzusetzen. Und wir möchten insbesondere dort technologische Möglichkeiten zugänglich machen, wo sie bisher noch viel zu selten ankommen.
Wir haben noch viel vor. Aber wenn wir zurückblicken auf das, was aus einer kleinen Idee im Oktober 2021 entstanden ist, gibt uns das vor allem eines: sehr viel Zuversicht für die nächsten fünf Jahre.
Danke, dass ihr ein Teil davon seid.
Auf die nächsten fünf Jahre AI4Good.
Euer MI4People-Team



